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Polen war im ersten Quartal 2009 die einzige große Volkswirtschaft in der EU, die ein positives BIP-Wachstum (+0,8%) verzeichnete. Vor allem der öffentliche Konsum (+6,1%), die Bauwirtschaft (+3,5%), die Einzelhandelsumsätze (+0,8%) und überraschenderweise auch die Anlageinvestitionen (+1,2%) trugen zu diesem erfreulichen Ergebnis bei.
Allerdings sieht sich auch Polen weiter großen Herausforderungen gegenüber. Die Sachgüterproduktion ging im ersten Quartal 2009 um 5,9% zurück, und auch die Exporte (-14,6%) und Importe (-17,6%) fielen deutlich. Das geplante Budgetdefizit war im Juni bereits ausgeschöpft, und daher muss die Regierung die Ausgaben und Einnahmen in der zweiten Jahreshälfte deutlich anpassen.
Die relativ gute wirtschaftliche Situation in Polen half auch den österreichischen Ausfuhren. Waren die Werte im Jänner und Februar 2009 (österreichische Ausfuhren -25,3% und -24,2% auf Jahresbasis) noch schlecht, gingen unsere Lieferungen im März 2009 "nur noch" um 4,5% zurück. Damit lag Polen besser als vergleichbare Länder (Tschechien -21,8%, Ungarn -30,3%, Slowakei -19%, Slowenien -21,4%, Ukraine -52,4%, Russland -22,5%).
Quelle: Dr. Ernst Kopp/wko.at